Herzlich Willkommen in der Website der Familie Schemes

 

Hier wollen wir Informationen über die Familie Schemes in Brasilien sammeln.
Der jetzige Stand unserer Nachforschungen ergab nur einen einzigen Einwanderer mit Nachnamen Schömbs, der 1825 aus Deutschland nach Brasilien abreiste.
Die gesammelten Daten des Stammbaumes, die hier vorgestellt werden, wurden von Fernando Gusmão (mit Adriana Schemes verheiratet) in Kirchen- und Geschichtsbüchern, historischen Archiven, Friedhöfen, persönlichen Aussagen von Angehörigen, Kontakten übers Internet mit anderen Nachfahren usw. gesammelt.
Unseren Möglichkeiten entsprechend, übersetzen wir diese Web-Site auch ins Deutsche.

Offiziell wird diese Web-Site am 3. Oktober 2005 vorgestellt, 180 Jahre nach der Abfahrt von Thomas Schömbs nach Brasilien.

 

Kontakt: familiaschemes@sinos.net

 

Schömbs X Schemes? | Wer kam nach Brasilien? | Reiseroute der Familie von Deutschland nach Brasilien
Beweis | Familie in Brasilien | Stammbaum | São Pedro de Alcântara | Torres

 

 

 

 

Schömbs X Schemes

Eine große Schwierigkeit war es, nach einem Einwanderer mit Namen Schemes zu suchen und nie einen zu finden. Aufgrund von Nachforschungen kam ich nach einiger Zeit zu dem Schluss, dass der Name Schemes eine Variation des Namens Schömbs war. Das wird eindeutig durch Heiratsurkunden und Aufzeichnungen in Taufregistern bewiesen. Die Erklärung dafür war die Tatsache, dass die lokalen katholischen Priester im 19. Jahrhundert meist Portugiesen oder Italiener waren. Sie sprachen die deutsche Sprache nicht. Deutsche Namen waren ihnen fremd.
Der Forscher Gesmar Borges erklärt in "Torres Marcas do Tempo 175 anos", dass "das Schreiben von Namen und deutschen Nachnamen nicht geläufig war, es war keine Routine für die Notare oder deren Vertreter an der Nordküste im 19. und 20. Jahrhundert."
Hilda Agnes Hübner Flores sagt in "História da Imigração Alemã no Rio Grande do Sul", dass die 184 Katholiken in São Pedro das Torres vom lokalen portugiesischen Priester betreut wurden, der die deutsche Sprache nicht sprach, aber trotzdem Trauungen vollzog und kollektive Absolution erteilte."
Hunsche erwähnt in "O Ano 1826 da Imigração e Colonização Alemã no Rio Grande do Sul", dass die Konsequenzen dieser Integration, für P. Amstad in Zusammenhang mit dem Schreiben der Namen, angeblich so signifikant waren, dass viele von diesen Namen heute nicht mehr erkennbar sind. Wenn wir das erwähnte "Livro de Receitas e Despesas" (Quelle Nr. 10) der Kolonie von São Pedro de Alcântara lesen, haben wir Gelegenheit, diese unglückliche Entwicklung zu beobachten, ausgewählt natürlich, die Geschichte des Pfarrbezirks aufzuzeichnen, ohne die Sprache der Gläubigen zu kennen."
Bei unseren heutigen Nachforschungen finden wir die folgenden Schreibweisen des Namen Schemes: Schems, Schömbs, Schaems, Schumbs, Chems und Chemse.

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Wer kam nach Brasilien?

Auf der Passagierliste des Schiffes "Kranich" (auf seiner zweiten Reise nach Brasilien) befand sich die Familie von Thomas Schömbs. Die "Kranich" wurde von Kapitän Klaus Frederico Becker geführt und erreichte Rio de Janeiro am 19. Januar 1826, an Bord 40 Familien (216 Personen) mit dem Zielort Colony of São Leopoldo/Rio Grande do Sul (RS).
Die Originalliste wird im National-Archiv (Rio de Janeiro/RJ) aufbewahrt.

27. Familie
Nummer - Name - Alter - Verwantdschaftsverhältnis - Beruf - Religion - Herkunft - Bemerkung
146 - SCHÖMBS, Tomás, 55, verheiratet, Landarbeiter, Katholik, Hessen/Darmstadt
147 - Margarida, 2nd wife, 35, verheiratet, Katholik
148 - Catarina, Tochter (1. Ehefrau), 22, "bekam Erlaubnis mit Jorge Spohr in Rio am 1. Februar 1826 zu heiraten".
149 - Ana Maria, Tochter (1. Ehefrau) 18, ledig, Katholik
150 - Catarina Bárbara, Tochter (1. Ehefrau), 14, ledig, Katholik
151 - Margarida, Tochter (2. Ehefrau), 9, gestorben auf hoher See am 11. November 1925
152 - Jacob Antônio, Sohn, 6, ledig, Katholik
153 - João, Sohn, 4, ledig, Katholik
154 - Elisabeta, Tochter, 9 Monate, ledig, Katholik

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Die Reiseroute der Familie von Deutschland nach Brasilien

Am 31. August 1825 wird in Hamburg der Frachtvertrag unter Nummer 5176 für das Schiff "Kranich" für Major Schaeffer abgeschlossen.
- 20. September 1825: auf der "Kranich" beginnt das Verladen von Vorräten und die Passagiere mit Ziel Brasilien gehen an Bord.
- 03. Oktober 1825: die "Kranich" verlässt Hamburg, die Reise von Thomas Schömbs, seiner Familie und anderen nach Brasilien beginnt.
- 19. Januar 1826: Ankunft im Hafen von Rio de Janeiro, Brasilien.
- 20. Januar 1826: Ausschiffung in Armação da Praia Grande (Rio de Janeiro/RJ).
- 05. Februar 1826: Einschiffung in Rio de Janeiro auf dem Küstensegler “Americana” *(Costeiro Nr. 4), mit Ziel Porto Alegre/RS.
- 07. März 1826: Ankunft in der Kolonie von São Leopoldo/RS, wo sie von Dr. João Daniel Hillebrand, dem Direktor der deutschen Kolonie von São Leopoldo, registriert werden. Die Familie bleibt einige Monate in São Leopoldo. Aus unbekannten Gründen, vielleicht, weil sie keinen Grundbesitz bekommen oder das was ihnen angeboten wird, ihnen nicht gefällt, beschließen sie, zu einer anderen Kolonie zu ziehen. Zu dieser Zeit gründet die Provinzregierung von São Pedro eine neue Kolonie an der Nordküste des Staates Rio Grande do Sul, in der sich Thomas entschloss sich mit seiner Familie niederzulassen.
- 24. September 1826: Ankunft in vier Segelbooten in Porto Alegre aus São Leopoldo kommend und somit Teil einer ersten Gruppe von Einwanderern (352 Personen) mit dem Ziel Torres ("Türme").
- 28. September 1826: Ankunft einer zweiten Gruppe (66 Personen) in Porto Alegre mit einem Segelboot aus São Leopoldo kommend, ebenfalls mit Ziel Torres.
- 28. September bis 31. Oktober 1826: die Gruppen treten ihre Reise von Porto Alegre nach Torres verspätet an, "ursprünglich schon aus echten Schwierigkeiten, aus Gründen, über die ich schweigen möchte" (Gordilho de Barbuda).
- 01. November 1826: Abreise von Porto Alegre nach Torres in zwei Gruppen (insgesamt 421 Personen, 237 Protestanten und 184 Katholiken), 5 Segelbooten über die Flüsse Guaíba, Lagoon Itapoã, Lagoon dos Patos und zuletzt Capivari.
- 03. November 1826: Ankunft an der Flußmündung des Capivari.
- 04. November 1826: Anlandung und Entladung der fünf Segelboote am Capivari.
- 05. November 1826: Beginn des Transports über Land in Ochsenkarren. Einige Familien verspäten sich, weil vier bestellte Fuhrwerke nicht eintreffen.
- 07. November 1826: Ankunft in Passo de Tramandai (der Ort zur Überquerung des Flusses Tramandai) nach der Durchquerung des Gebiets von Quilombo.
- 13. November 1826: Beginn eines fünf- bis sechstägigen Trecks über Land, nahe oder manchmal direkt am Strand, für die letzten 80 Kilometer aus Mangel an Kanus und Rudermännern.
- 17. November 1826: Ankunft in Torres.

Die Überlieferungen der Kolonien von Três Forquilhas und São Pedro de Alcântara, beide im Staat Rio Grande do Sul gelegen, erwähnen schwere Regenfälle spät im Jahr 1826 und die ungewöhnlichen Erlebnisse, die die Mitglieder der deutschen Kolonie ertragen haben.
- 18. Juli 1827: Oberstleutnant Inspector Francisco de Paula Soares Gusmão, Direktor der Kolonie von Torres, schreibt an den Präsidenten der Provinz Salvador José Maciel und teilt mit: "28 Katholiken sind angekommen und bitten mit einer unterzeichneten Petition an den Präsidenten der Provinz um Land in der Region von Tramandai oder andernorts." Wir haben den Beweis, dass Thomas Schömbs einer derjenigen war, der dieses Dokument unterzeichnet hat. Ein anderer Unterzeichner war Philipp Schaefer, möglicherweise sein Schwiegersohn (verheiratet mit seiner Tochter Anna Maria). Nach Aussage von Ruy Ruben Ruschel in Torres Origens: " Unter dem Eindruck einer solchen Stärke, im Juli 1828, ein Jahr und mehr nach ihrer Ankunft, bekamen die letzten Katholiken ihren Grundbesitz, am meisten dagegen, die aus Deutschland nach São Leopoldo oder andernorts einwanderten."

* sumaca (auf niederländisch "schmake"): zweimastiges Segelboot mit einem Lateinsegel, oft eingesetzt entlang der Küste Brasiliens.

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Der Beweis für die Abstammung der Familie Schemes aus Brasilien von Thomas Schömbs

Aus der Passagierliste der "Kranich" wissen wir, dass Thomas Schömbs mit zwei Söhnen nach Brasilien auswanderte: Jacob Anton (*1819 - der Name wurde generell in Jacob Antônio übersetzt) und Johannes (*1821 - der Name wurde generell in João übersetzt). In meinen Nachforschungen war ich bisher nur in der Lage, eine Verbindung der Schemes-Familie zurück zu José Monteiro Schemes herzustellen.
Die einzigen Belege, die eine klare Verbindung zur Familie von Thomas Schömbs schaffen, stammen von Heirats- und Taufdokumenten. Aufgrund dieser Analyse schließe ich auf die Verwandtschaft.
Beim Studium der Heiratsdokumente von Antônio Jorge Selister und Maria José Schemes (27.09.1883) sehen wir, dass Antônio ein legitimer Sohn von João Jorge Selister und Felisberta Schemes (Anna Elisabetha Schömbs) war und Maria José eine leibliche Tochter von Maria Sophia dos Anjos.
Man beachte, dass Maria José als leibliche Tochter bezeichnet wird, belegt, dass ihre Mutter Maria Sophia dos Anjos nicht verheiratet war. Das Dokument gibt keine Auskunft über den Vater von Maria José Schemes. Doch als wichtigste Tatsache wird im Dokument erklärt: "...ohne jede Behinderung, ausgenommen einer Blutsverwandtschaft zweiten Grades zu einer Seitenlinie, die durch eine Verfügung des Herrn Pfarrer entschuldigt war." Dies deutet darauf hin, dass die Verlobten Cousins ersten Grades und ihre Eltern somit Geschwister sind.
Aber wer könnte der Bruder von Felisberta Schemes sein?
Wir entdecken bei dieser Recherche das Taufdokument von Adalberto Selister (31.05.1887), in dem die Namen José Monteiro Schemes als Großvater und Maria Sophia dos Anjos als Großmutter mütterlicherseits auftauchen. Dann erscheinen João Jorge Selister und Felisberta (Schemes) Selister, dementsprechend Großeltern väterlicherseits.
Es gibt zwei Möglichkeiten: Erstens, José Monteiro Schemes ist ein weiterer Sohn von Thomas Schömbs, der nach seiner Ankunft in Brasilien geboren wurde oder zweitens, José Monteiro Schemes ist der brasilianische Name entweder für Jacob Anton Schömbs oder Johannes Schömbs. Ich denke letzteres ist am wahrscheinlichsten.

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Die Familie in Brasilien

Der Werdegang eines jeden Familienmitglieds, so wie er sich uns gegenwärtig darstellt:

. Catharina (*1804) heiratete Jorge Spohr (ohne weitere Angaben) in den Tagen nachdem die "Kranich" in Rio de Janeiro ankam. Die Hochzeit fand am 01. Februar 1826 statt. Wie wir bereits erfahren haben, ging die Familie am 20. Januar von Bord und verließ am 05. Februar Rio de Janeiro.

. Anna Maria (*1808) heiratete Philipp Schaefer (ein Witwer mit einem Sohn) am 18. Juni 1826 in São Leopoldo. Sie beschlossen dann, den meisten der Familie nach Torres zu folgen, um dort zu leben.

. Catharina Barbara (*15. Oktober 1810, Hessloch, Deutschland). Wir wissen nur, dass sie in der Kolonie von São Leopoldo bei ihrer Ankunft registriert wurde und später beschloss, nach Torres zu gehen.

. Margaretha, (*19. Dezember 1816, Hessloch, Deutschland +11. Oktober 1825) starb auf hoher See während der Überfahrt von Europa nach Südamerika.

. Jacob Anton (*7. März 1819, Hessloch, Deutschland) Die einzige Aufzeichnung über Jacob ist seine Registrierung bei der Ankunft in Brasilien. Möglicherweise starb er auf der Reise von Rio de Janeiro nach São Leopoldo und war deshalb weder von Dr. Hildebrand registriert noch in den Listen der Siedler geführt, die nach Torres gingen. Vielleicht beschloss er aber auch, in Rio de Janeiro zu bleiben.

. Johannes (*5. Mai 1821, Hessloch, Deutschland) Man kann an anderer Stelle der Web-Site lesen, dass ich glaube, dass Johannes seinen Namen in Brasilien in José Monteiro Schemes geändert hat. Bezüglich seiner Geburt (wenn er in Brasilien geboren war) oder seines Todes wurde kein weiteres Dokument entdeckt.

. Anna Elisabetha (Felisberta), (*16. März 1825, Hessloch, Deutschland) heiratete João Jorge Selister (Johann Georg Schlitzer), (*1815 in Deutschland, +30. August 1897, Gravatai/RS). Wir kennen keine weiteren Details.

. Thomas Schömbs (*1770, Gundheim, Deutschland) und seine Ehefrau Margaretha (Anna Margaretha Seipp * 1791). Von Thomas und Margaretha ist bekannt, dass sie 1826 nach São Leopoldo und später nach Torres gegangen waren. Es ist wahrscheinlich, dass Thomas São Pedro de Alcântara (nahe Torres) bald nach dem In-Kraft-Treten des "Law of Budget" am 15. Dezember 1830 verliess. Das Gesetz nahm alle Steuerermäßigungen und Anreize zurück, die den Fremden versprochen worden waren, damit sie sich in Rio Grande do Sul niederliessen.

Nach Aurélio Porto heißt es in “O Trabalho Alemão no Rio Grande do Sul": "Torres, das ist die Kolonie São Pedro de Alcântara, entwickelte sich anfänglich durch den Impuls der Ansiedlung. Aber von 1830 bis 1846 stoppte die Entwicklung aus verschiedenen Gründen, besonders, weil der Aufruhr in den Provinzen auch hier ein starkes Echo fand."

Jean Roche in "Colonização Alemã e o Rio Grande do Sul": "Dieses Manöver des Parlaments beeinträchtigte jeden neuen Versuch und riskierte die Vernichtung bereits bestehender Kolonien. Die Siedler von São Leopoldo haben gegen den Schaden, den sie erlitten haben, protestiert, da weder überfällige Entschädigungen noch solche, die ihnen für die ersten beiden Jahre ihrer Ansiedlung versprochen worden waren, gezahlt wurden."

Solche politischen, geographischen, klimatischen und kulturellen Faktoren haben das Leben dieser ersten Einwanderer an der Nordküste des Staates Rio Grande do Sul beeinflusst.

Es ist möglich, dass Thomas, auf der Suche nach einem neuen Siedlungsplatz, zu den Orten ging, die er bereits von seinem Weg nach Torres kannte. Zum Beispiel das Gebiet in der Nähe des Flusses Tramandai, nahe Santo Antônio da Patrulha,Gravatai (hier haben Hochzeiten und Taufen der Familien Schemes und Selistre stattgefunden) oder sogar zurück in die Kolonie von São Leopoldo, im Vale do Rio do Sinos (Valley of the Bells River).

Wir hoffen, in Zukunft mehr Informationen zu entdecken, die es uns ermöglichen, viele dieser Fragen zu beantworten.

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