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Schömbs
X Schemes
Eine große Schwierigkeit war es, nach einem Einwanderer
mit Namen Schemes zu suchen und nie einen zu finden. Aufgrund
von Nachforschungen kam ich nach einiger Zeit zu dem Schluss,
dass der Name Schemes eine Variation des Namens Schömbs
war. Das wird eindeutig durch Heiratsurkunden und Aufzeichnungen
in Taufregistern bewiesen. Die Erklärung dafür war
die Tatsache, dass die lokalen katholischen Priester im 19.
Jahrhundert meist Portugiesen oder Italiener waren. Sie sprachen
die deutsche Sprache nicht. Deutsche Namen waren ihnen fremd.
Der Forscher Gesmar Borges erklärt in "Torres Marcas
do Tempo 175 anos", dass "das Schreiben von Namen
und deutschen Nachnamen nicht geläufig war, es war keine
Routine für die Notare oder deren Vertreter an der Nordküste
im 19. und 20. Jahrhundert."
Hilda Agnes Hübner Flores sagt in "História
da Imigração Alemã no Rio Grande do Sul",
dass die 184 Katholiken in São Pedro das Torres vom
lokalen portugiesischen Priester betreut wurden, der die deutsche
Sprache nicht sprach, aber trotzdem Trauungen vollzog und
kollektive Absolution erteilte."
Hunsche erwähnt in "O Ano 1826 da Imigração
e Colonização Alemã no Rio Grande do
Sul", dass die Konsequenzen dieser Integration, für
P. Amstad in Zusammenhang mit dem Schreiben der Namen, angeblich
so signifikant waren, dass viele von diesen Namen heute nicht
mehr erkennbar sind. Wenn wir das erwähnte "Livro
de Receitas e Despesas" (Quelle Nr. 10) der Kolonie von
São Pedro de Alcântara lesen, haben wir Gelegenheit,
diese unglückliche Entwicklung zu beobachten, ausgewählt
natürlich, die Geschichte des Pfarrbezirks aufzuzeichnen,
ohne die Sprache der Gläubigen zu kennen."
Bei unseren heutigen Nachforschungen finden wir die folgenden
Schreibweisen des Namen Schemes: Schems, Schömbs, Schaems,
Schumbs, Chems und Chemse.
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Wer
kam nach Brasilien?
Auf
der Passagierliste des Schiffes "Kranich" (auf seiner
zweiten Reise nach Brasilien) befand sich die Familie von
Thomas Schömbs. Die "Kranich" wurde von Kapitän
Klaus Frederico Becker geführt und erreichte Rio de Janeiro
am 19. Januar 1826, an Bord 40 Familien (216 Personen) mit
dem Zielort Colony of São Leopoldo/Rio Grande do Sul
(RS).
Die Originalliste wird im National-Archiv
(Rio de Janeiro/RJ) aufbewahrt.
27. Familie
Nummer - Name - Alter - Verwantdschaftsverhältnis
- Beruf - Religion - Herkunft - Bemerkung
146 - SCHÖMBS, Tomás, 55, verheiratet, Landarbeiter, Katholik,
Hessen/Darmstadt
147 - Margarida, 2nd wife, 35, verheiratet, Katholik
148 - Catarina, Tochter (1. Ehefrau), 22, "bekam Erlaubnis
mit Jorge Spohr in Rio am 1. Februar 1826 zu heiraten".
149 - Ana Maria, Tochter (1. Ehefrau) 18, ledig, Katholik
150 - Catarina Bárbara, Tochter (1. Ehefrau), 14, ledig, Katholik
151 - Margarida, Tochter (2. Ehefrau), 9, gestorben auf hoher See am 11. November 1925
152 - Jacob Antônio, Sohn, 6, ledig, Katholik
153 - João, Sohn, 4, ledig, Katholik
154 - Elisabeta, Tochter, 9 Monate, ledig, Katholik
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Die
Reiseroute der Familie von Deutschland nach Brasilien
Am
31. August 1825 wird in Hamburg der Frachtvertrag unter
Nummer 5176 für das Schiff "Kranich" für
Major Schaeffer abgeschlossen.
- 20. September 1825: auf der "Kranich" beginnt
das Verladen von Vorräten und die Passagiere mit Ziel
Brasilien gehen an Bord.
- 03. Oktober 1825: die "Kranich" verlässt
Hamburg, die Reise von Thomas Schömbs, seiner Familie
und anderen nach Brasilien beginnt.
- 19. Januar 1826: Ankunft im Hafen von Rio de Janeiro,
Brasilien.
- 20. Januar 1826: Ausschiffung in Armação
da Praia Grande (Rio de Janeiro/RJ).
- 05. Februar 1826: Einschiffung in Rio de Janeiro
auf dem Küstensegler Americana *(Costeiro
Nr. 4), mit Ziel Porto Alegre/RS.
- 07. März 1826: Ankunft in der Kolonie von São
Leopoldo/RS, wo sie von Dr. João Daniel Hillebrand,
dem Direktor der deutschen Kolonie von São Leopoldo,
registriert werden. Die Familie
bleibt einige Monate in São Leopoldo. Aus unbekannten
Gründen, vielleicht, weil sie keinen Grundbesitz bekommen
oder das was ihnen angeboten wird, ihnen nicht gefällt,
beschließen sie, zu einer anderen Kolonie zu ziehen.
Zu dieser Zeit gründet die Provinzregierung von São
Pedro eine neue Kolonie an der Nordküste des Staates
Rio Grande do Sul, in der sich Thomas entschloss
sich mit seiner Familie niederzulassen.
- 24. September 1826: Ankunft in vier Segelbooten in
Porto Alegre aus São Leopoldo kommend und somit Teil
einer ersten Gruppe von Einwanderern (352 Personen) mit dem
Ziel Torres ("Türme").
- 28. September 1826: Ankunft einer zweiten Gruppe
(66 Personen) in Porto Alegre mit einem Segelboot aus São
Leopoldo kommend, ebenfalls mit Ziel Torres.
- 28. September bis 31. Oktober 1826: die Gruppen treten
ihre Reise von Porto Alegre nach Torres verspätet an,
"ursprünglich schon aus echten Schwierigkeiten,
aus Gründen, über die ich schweigen möchte"
(Gordilho de Barbuda).
- 01. November 1826: Abreise von Porto Alegre nach
Torres in zwei Gruppen (insgesamt 421 Personen, 237 Protestanten
und 184 Katholiken), 5 Segelbooten über die Flüsse
Guaíba, Lagoon Itapoã, Lagoon dos Patos und
zuletzt Capivari.
- 03. November 1826: Ankunft an der Flußmündung
des Capivari.
- 04. November 1826: Anlandung und Entladung der fünf
Segelboote am Capivari.
- 05. November 1826: Beginn des Transports über
Land in Ochsenkarren. Einige Familien verspäten sich,
weil vier bestellte Fuhrwerke nicht eintreffen.
- 07. November 1826: Ankunft in Passo de Tramandai
(der Ort zur Überquerung des Flusses Tramandai) nach
der Durchquerung des Gebiets von Quilombo.
- 13. November 1826: Beginn eines fünf- bis sechstägigen
Trecks über Land, nahe oder manchmal direkt am Strand,
für die letzten 80 Kilometer aus Mangel an Kanus und
Rudermännern.
- 17. November 1826: Ankunft in Torres.
Die
Überlieferungen der Kolonien von Três Forquilhas
und São Pedro de Alcântara, beide im Staat Rio
Grande do Sul gelegen, erwähnen schwere Regenfälle
spät im Jahr 1826 und die ungewöhnlichen Erlebnisse,
die die Mitglieder der deutschen Kolonie ertragen haben.
- 18. Juli 1827: Oberstleutnant Inspector Francisco
de Paula Soares Gusmão, Direktor der Kolonie von Torres,
schreibt an den Präsidenten der Provinz Salvador José
Maciel und teilt mit: "28 Katholiken sind angekommen
und bitten mit einer unterzeichneten Petition an den Präsidenten
der Provinz um Land in der Region von Tramandai oder andernorts."
Wir haben den Beweis, dass Thomas Schömbs einer derjenigen
war, der dieses Dokument unterzeichnet
hat. Ein anderer Unterzeichner war Philipp Schaefer, möglicherweise
sein Schwiegersohn (verheiratet mit seiner Tochter Anna Maria).
Nach Aussage von Ruy Ruben Ruschel in Torres Origens:
" Unter dem Eindruck einer solchen Stärke, im
Juli 1828, ein Jahr und mehr nach ihrer Ankunft, bekamen
die letzten Katholiken ihren Grundbesitz, am meisten dagegen,
die aus Deutschland nach São Leopoldo oder andernorts
einwanderten."
*
sumaca (auf niederländisch "schmake"): zweimastiges
Segelboot mit einem Lateinsegel, oft eingesetzt entlang der
Küste Brasiliens.
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Der
Beweis für die Abstammung der Familie Schemes aus Brasilien
von Thomas Schömbs
Aus
der Passagierliste der "Kranich" wissen wir, dass
Thomas Schömbs mit zwei Söhnen nach Brasilien auswanderte:
Jacob Anton (*1819 - der Name wurde generell in Jacob Antônio
übersetzt) und Johannes (*1821 - der Name wurde generell
in João übersetzt). In meinen Nachforschungen
war ich bisher nur in der Lage, eine Verbindung der Schemes-Familie
zurück zu José Monteiro Schemes herzustellen.
Die einzigen Belege, die eine klare Verbindung zur Familie
von Thomas Schömbs schaffen, stammen von Heirats- und
Taufdokumenten. Aufgrund dieser Analyse schließe ich
auf die Verwandtschaft.
Beim Studium der Heiratsdokumente
von Antônio Jorge Selister und Maria José Schemes
(27.09.1883) sehen wir, dass Antônio
ein legitimer Sohn von João Jorge Selister und Felisberta
Schemes (Anna Elisabetha Schömbs) war und Maria José
eine leibliche Tochter von Maria Sophia dos Anjos.
Man beachte, dass Maria José als leibliche Tochter
bezeichnet wird, belegt, dass ihre Mutter Maria Sophia dos
Anjos nicht verheiratet war. Das Dokument gibt keine Auskunft
über den Vater von Maria José Schemes. Doch als
wichtigste Tatsache wird im Dokument erklärt: "...ohne
jede Behinderung, ausgenommen einer Blutsverwandtschaft zweiten
Grades zu einer Seitenlinie, die durch eine Verfügung
des Herrn Pfarrer entschuldigt war." Dies deutet
darauf hin, dass die Verlobten Cousins ersten Grades und ihre
Eltern somit Geschwister sind.
Aber wer könnte der Bruder von Felisberta Schemes sein?
Wir entdecken bei dieser Recherche das Taufdokument
von Adalberto Selister (31.05.1887), in dem die Namen
José Monteiro Schemes als Großvater und Maria
Sophia dos Anjos als Großmutter mütterlicherseits
auftauchen. Dann erscheinen João Jorge Selister und
Felisberta (Schemes) Selister, dementsprechend Großeltern
väterlicherseits.
Es gibt zwei Möglichkeiten: Erstens, José Monteiro
Schemes ist ein weiterer Sohn von Thomas Schömbs, der
nach seiner Ankunft in Brasilien geboren wurde oder zweitens,
José Monteiro Schemes ist der brasilianische Name entweder
für Jacob Anton Schömbs oder Johannes Schömbs.
Ich denke letzteres ist am wahrscheinlichsten.
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Die
Familie in Brasilien
Der
Werdegang eines jeden Familienmitglieds, so wie er sich
uns gegenwärtig darstellt:
.
Catharina (*1804) heiratete Jorge Spohr (ohne weitere
Angaben) in den Tagen nachdem die "Kranich" in Rio
de Janeiro ankam. Die Hochzeit fand am 01. Februar 1826 statt.
Wie wir bereits erfahren haben, ging die Familie am 20. Januar
von Bord und verließ am 05. Februar Rio de Janeiro.
.
Anna Maria (*1808) heiratete
Philipp Schaefer (ein Witwer mit einem Sohn) am 18. Juni 1826
in São Leopoldo. Sie beschlossen dann, den meisten
der Familie nach Torres zu folgen, um dort zu leben.
.
Catharina Barbara
(*15. Oktober 1810, Hessloch, Deutschland).
Wir wissen nur, dass sie in der Kolonie von São Leopoldo
bei ihrer Ankunft registriert wurde und später beschloss,
nach Torres zu gehen.
.
Margaretha, (*19. Dezember 1816, Hessloch,
Deutschland +11. Oktober 1825) starb
auf hoher See während der Überfahrt von Europa nach
Südamerika.
.
Jacob
Anton (*7. März 1819, Hessloch, Deutschland)
Die einzige Aufzeichnung über Jacob ist seine Registrierung
bei der Ankunft in Brasilien. Möglicherweise starb er
auf der Reise von Rio de Janeiro nach São Leopoldo
und war deshalb weder von Dr. Hildebrand registriert
noch in den Listen der Siedler geführt,
die nach Torres gingen. Vielleicht beschloss er aber auch,
in Rio de Janeiro zu bleiben.
.
Johannes
(*5. Mai 1821, Hessloch, Deutschland)
Man kann an anderer Stelle der Web-Site lesen, dass ich glaube,
dass Johannes seinen Namen in Brasilien in José Monteiro
Schemes geändert hat. Bezüglich seiner Geburt (wenn
er in Brasilien geboren war) oder seines Todes wurde kein
weiteres Dokument entdeckt.
.
Anna Elisabetha (Felisberta), (*16. März 1825, Hessloch,
Deutschland) heiratete João Jorge Selister (Johann
Georg Schlitzer), (*1815 in Deutschland, +30. August 1897,
Gravatai/RS). Wir kennen keine weiteren Details.
.
Thomas Schömbs (*1770, Gundheim, Deutschland)
und seine Ehefrau Margaretha
(Anna Margaretha Seipp * 1791). Von Thomas
und Margaretha ist bekannt, dass sie 1826 nach São
Leopoldo und später nach Torres gegangen waren. Es ist
wahrscheinlich, dass Thomas São Pedro de Alcântara
(nahe Torres) bald nach dem In-Kraft-Treten des "Law
of Budget" am 15. Dezember 1830 verliess. Das Gesetz
nahm alle Steuerermäßigungen und Anreize zurück,
die den Fremden versprochen worden waren, damit sie sich in
Rio Grande do Sul niederliessen.
Nach
Aurélio Porto heißt es in O Trabalho
Alemão no Rio Grande do Sul": "Torres,
das ist die Kolonie São Pedro de Alcântara, entwickelte
sich anfänglich durch den Impuls der Ansiedlung. Aber
von 1830 bis 1846 stoppte die Entwicklung aus verschiedenen
Gründen, besonders, weil der Aufruhr in den Provinzen
auch hier ein starkes Echo fand."
Jean
Roche in "Colonização Alemã e
o Rio Grande do Sul": "Dieses Manöver
des Parlaments beeinträchtigte jeden neuen Versuch und
riskierte die Vernichtung bereits bestehender Kolonien. Die
Siedler von São Leopoldo haben gegen den Schaden, den
sie erlitten haben, protestiert, da weder überfällige
Entschädigungen noch solche, die ihnen für die ersten
beiden Jahre ihrer Ansiedlung versprochen worden waren, gezahlt
wurden."
Solche
politischen, geographischen, klimatischen und kulturellen
Faktoren haben das Leben dieser ersten Einwanderer an der
Nordküste des Staates Rio Grande do Sul beeinflusst.
Es
ist möglich, dass Thomas, auf der Suche nach einem neuen
Siedlungsplatz, zu den Orten ging, die er bereits von seinem
Weg nach Torres kannte. Zum Beispiel das Gebiet in der Nähe
des Flusses Tramandai, nahe Santo Antônio da Patrulha,Gravatai
(hier haben Hochzeiten und Taufen der Familien Schemes und
Selistre stattgefunden) oder sogar zurück in die Kolonie
von São Leopoldo, im Vale do Rio do Sinos (Valley of
the Bells River).
Wir
hoffen, in Zukunft mehr Informationen zu entdecken, die es
uns ermöglichen, viele dieser Fragen zu beantworten.
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